Suchanfragen bei Google liefern in Deutschland mittlerweile gleich zwei KI-basierte Antworten. Seit dem 26. März 2025 platziert die Suchmaschine bei vielen Begriffen eine „Übersicht mit KI“ prominent über den klassischen Treffern. Am 8. Oktober 2025 folgte dann der sogenannte KI-Modus. Das ist ein komplett separater Suchbereich zum Nachfragen sowie Vergleichen.
Beide Technologien stammen von Google. Beide greifen auf das Web zu. Dennoch präsentieren sie bei identischen Fragen meist unterschiedliche Quellenangaben. Für Betriebe heißt das: Wenn du in der einen Funktion genannt wirst, sagt das noch wenig über deine Sichtbarkeit in der anderen.
Was die beiden Funktionen unterscheidet
Google selbst positioniert die Übersicht mit KI als besonders schnellen Einstieg. Sie soll den wesentlichen Kern einer Frage bündeln sowie Links für weiterführende Details anbieten. Den KI-Modus empfiehlt Google hingegen für eine tiefere Recherche. Er ist für das intensive Abwägen oder den direkten Vergleich verschiedener Optionen gedacht.
| Übersicht mit KI | KI-Modus | |
|---|---|---|
| Wo sie erscheint | über den normalen Suchergebnissen | als eigener Suchmodus |
| Wofür laut Google | schneller Überblick zu einer Frage | Vergleichen, Abwägen, Nachfragen |
| In Deutschland verfügbar seit | 26.03.2025 | 08.10.2025 |
Eine kleine Einschränkung betraf die Startphase. Zu Beginn blendete Google die Übersicht mit KI ausschließlich für angemeldete Nutzer ab 18 Jahren ein.
Ähnliche Antworten, andere Quellen
Die aktuell umfangreichste Datenauswertung zu diesem Thema wurde in den USA durchgeführt. Analysiert wurden rund 540.000 Suchanfragen aus dem September 2025. Für alle Begriffe lag jeweils eine Antwort aus beiden KI-Systemen vor. Das Resultat fiel überraschend aus. Die zitierten Webseiten stimmten bei lediglich 13,7 Prozent der Fälle überein. Inhaltlich zogen die Texte jedoch zu 86 Prozent dieselben Schlüsse.
Auch bei der Auswahl der Quellenarten zeigen sich Abweichungen. Die Plattform Wikipedia tauchte in 28,9 Prozent der Zitate im KI-Modus auf. In der Übersicht mit KI lag der Wikipedia-Anteil bei 18,1 Prozent. Dort lag stattdessen YouTube vorn. Ganz ohne jegliche Quellenangabe blieben 3 Prozent der Antworten im KI-Modus sowie 11 Prozent bei den Übersichten.
Eine weitere Untersuchung mit 5.000 Suchbegriffen aus dem Juli 2025 liefert andere Werte. In dieser Auswertung gab es eine Überschneidung von 58 Prozent bei den einzelnen Seiten sowie 88 Prozent auf Domain-Ebene. Da die beiden Studien verschiedene Messmethoden anwenden, darf man die Zahlen nicht einfach nebeneinanderlegen. Dennoch unterstreichen beide Analysen eine zentrale Erkenntnis. Die Quellen decken sich nicht vollständig. Zudem stammen beide Untersuchungen vom US-Markt. Eine ähnlich offene und methodisch transparente Auswertung für deutsche Suchanfragen haben wir nicht gefunden.
Warum das so ist: Google fächert deine Frage auf
Google erklärt selbst, wie die beiden Funktionen arbeiten. Die Systeme teilen eine eingegebene Frage intern in mehrere Unterthemen auf. Daraus erzeugt die KI viele verschiedene Suchanfragen, die sie parallel ausführt. Der Fachbegriff dafür lautet „Query Fan-out“. Geht es um eine besonders gründliche Recherche im KI-Modus, führt Google laut eigenen Angaben mitunter Hunderte Einzelsuchen durch.
Jede dieser Teilsuchen liefert ganz eigene Trefferlisten zurück. Welche Suchkombinationen im Hintergrund abgewickelt werden, hängt von der Funktion sowie der genauen Formulierung der Frage ab. Dadurch ist es möglich, dass zwei Antworten inhaltlich fast identisch klingen, aber ihre Informationen von unterschiedlichen Websites beziehen.
Was das für Klicks auf deine Website bedeutet
Das Pew Research Center hat im März 2025 das reale Nutzungsverhalten von 900 Erwachsenen in den USA untersucht. Die Auswertung umfasste fast 69.000 einzelne Suchvorgänge. Tauchte eine KI-Zusammenfassung über den Suchergebnissen auf, klickten die Personen bei 8 Prozent der Besuche auf ein normales Suchergebnis. Fehlte die Zusammenfassung, lag der Wert bei 15 Prozent. Die Links direkt innerhalb der KI-Antworten wurden lediglich bei 1 Prozent der Besuche angeklickt.
Google argumentiert dagegen. Das Unternehmen bezeichnet die Zahl der Klicks insgesamt als relativ stabil. Außerdem seien die Klicks von Seiten mit KI-Übersicht hochwertiger. Google veröffentlicht dazu allerdings weder konkrete Messwerte noch methodische Details.
Für die Auswertung deiner eigenen Besucherströme musst du ein wichtiges Detail kennen. Die Google Search Console trennt die beiden KI-Funktionen bei der Darstellung nicht. Die Aufrufe sowie die Klicks aus diesen Bereichen fließen komplett in die normalen Web-Zahlen ein.
Was du konkret tun kannst
- Keine Tricks suchen. Google kommuniziert sehr klar, dass es für die Übersicht mit KI sowie den KI-Modus keine zusätzlichen Anforderungen gibt. Auch eine gesonderte Optimierung ist nicht nötig. Die einzige Voraussetzung ist eine von Google erfasste Seite. Sie muss zudem mit einem Vorschautext in der Suche erscheinen dürfen.
- Keine Sperren setzen, die du nicht willst. Technische Einstellungen wie „nosnippet“ oder „noindex“ beschneiden laut Google auch die Darstellung deiner Inhalte in KI-Antworten. Besprich das Thema im Zweifel mit deinem Webdienstleister. Er kann prüfen, ob solche Blockaden aktiv sind.
- Dein Google-Unternehmensprofil pflegen. Google ruft Betriebe ausdrücklich dazu auf, sämtliche Informationen im Unternehmensprofil aktuell zu halten. Für regionale Anbieter ist das eine der wichtigsten Stellschrauben.
- An mehreren Orten belegt sein. Die beiden KI-Funktionen bevorzugen unterschiedliche Quellenarten. Deshalb solltest du deine Präsenz nicht nur auf die eigene Website beschränken. Einträge in Branchenportalen, Bewertungsplattformen, Video-Inhalte oder Fachartikel erhöhen die Chance, dass eine der zahlreichen Teilsuchen bei dir landet. Das ist eine Schlussfolgerung aus den genannten Studien. Es gibt dafür jedoch keine Garantie.
- Beide Ansichten selbst prüfen. Teste typische Kundenfragen einfach einmal in der normalen Suche sowie im KI-Modus. Notiere dir die gelisteten Anbieter sowie die zitierten Quellen. Eine Wiederholung nach ein paar Wochen lohnt sich. Die Antworten ändern sich oft.
Quott AI misst ab dem Pro-Tarif, ob die Übersicht mit KI dein Unternehmen bei echten Kundenfragen erwähnt. Dazu siehst du die herangezogenen Quellen. Den KI-Modus wertet Quott AI derzeit nicht aus.
Kurz zusammengefasst
Google beantwortet viele Anfragen mittlerweile doppelt per KI. Der Inhalt ähnelt sich stark. Die Quellen unterscheiden sich jedoch oft. Das liegt an der Zerlegung der Fragen in viele Teilsuchen. Wer in beiden Formaten erscheinen möchte, benötigt keine geheimen Spezialtricks. Eine erfassbare Website, ein gepflegtes Unternehmensprofil sowie Erwähnungen auf verschiedenen Plattformen im Netz bilden das Fundament.
Quellen
- Google Search Central: AI features and your website (Stand 10.12.2025)
- Google Blog Deutschland: Übersicht mit KI startet in Deutschland (26.03.2025)
- Google Blog Deutschland: KI-Modus startet in der DACH-Region (08.10.2025)
- Google Blog: AI Mode update, Google I/O 2025 (20.05.2025)
- Ahrefs: AI Overviews vs. AI Mode (15.12.2025, Daten USA, September 2025)
- Semrush: AI Mode comparison study (21.07.2025, Daten USA)
- Pew Research Center: Google users are less likely to click on links when an AI summary appears (22.07.2025)
- Google Blog: AI in Search is driving more queries and higher quality clicks (06.08.2025)
- Google Search Central Blog: Top ways to ensure your content performs well in Google's AI experiences (21.05.2025)
- Google Search Console Hilfe: Leistungsbericht, KI-Funktionen
